Wie sieht der perfekte Lebenslauf aus?

Lebenslauf

Für die meisten Arbeitgeber zählt der Lebenslauf, bzw. auch Curriculum Vitae (C.V.) genannt, zum Kernstück der Bewerbung. Das ist auch nachvollziehbar, da Ihr Lebenslauf den Personalist*innen den besten Überblick über Ihre Qualifikationen und Erfahrungen gibt. Also investieren Sie genügend Zeit, um mit einem perfekten Curriculum Vitae zu punkten.

Der perfekte Lebenslauf, hängt immer davon ab, für welche Branche Sie sich bewerben und wie viel Kreativität in der jeweiligen Branche gefragt ist. Doch es gibt wichtige Punkte, die immer gleich bleiben und unabhängig von der Branche beachtet werden müssen. In diesem Artikel erfahren Sie, was einen perfekten Lebenslauf ausmacht und wie dieser aufgebaut ist.

Die ersten Schritte

Wenn Sie zum ersten Mal einen Lebenslauf erstellen, füllen Sie diesen mit Fakten.

Fakten zu:

  • Ausbildung und Weiterbildung
  • zum Studium
  • zu Abschlüssen und zur Berufserfahrung
  • zu den Stationen Ihrer Berufs-Karriere
  • Eventuell vorhandene Projektbeschreibungen/Referenzen angeben
  • Technische Kompetenzbereiche UNBEDINGT angeben (z.B. Computer/Software Kenntnisse)
  • Optional: Zusammenfassung der Kernkompetenzen & sonstige Engagements die zum Job passen
  • zu Soft Skills
  • Sprachen
  • Hobbys

Das heißt: Sie schreiben die Stationen Ihres Lebens nieder - allerdings nicht in Form eines Romans oder einer Erzählung, sondern als sachliche Informationen.

Vor allem sollten Sie die zusammengetragen Fakten Ihres Lebenslaufs im zweiten Schritt nochmals überarbeiten und gegebenenfalls kürzen oder ergänzen. Dabei sollte im Curriculum Vitae für eine Systemadministrator-Stelle beispielsweise der Sommerjob als Limonadenverkäufer ausgelassen werden, das Praktikum in einer IT-Firma findet im Lebenslauf allerdings Platz.

Generell gilt: Passen Sie nicht nur das Anschreiben, sondern auch Ihren Lebenslauf an das Unternehmen und deren Branche an. Recherchieren Sie auf der Homepage Ihres zukünftigen Arbeitgebers sowie die ausgeschriebene Stellenanzeige und filtern Sie die wichtigsten Schlüsselworte für Ihren Lebenslauf heraus. Diese bauen Sie dann in Ihren Lebenslauf ein, allerdings vergessen Sie nicht ehrlich zu sein und nur jene Schlüsselworte zu nützen, die auch zu Ihren Qualifikationen passen. Wenn Personalist*innen 100 Bewerbungen erhalten und diese anhand der Schlüsselworte vorab überfliegen und selektieren, haben Sie gute Chancen mit den passenden Schlüsselworten Ihres Curriculum Vitae in der nächsten Runde zu sein.

Die Grundregeln eines Lebenslaufs

Neben der Struktur und dem Inhalt eines Lebenslaufs sind vor allem einige Grundregeln zu beachten.

  1. Seien Sie bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs ehrlich. Hochgepriesene Sprachkenntnisse, die in Wirklichkeit bereits eingerostet sind, würden frühestens bei einem Test im Bewerbungsgespräch auffallen, spätestens aber beim Antritt der neuen Position.
  2. Achten Sie auf eine tadellose Rechtschreibung und vermeiden Sie Grammatikfehler und Tippfehler in Ihrem Lebenslauf. Bei solchen Fehlern landen Sie ganz schnell auf dem „Leider nein“-Stapel der Personalist*innen. Lassen Sie Ihren Lebenslauf von jemandem der der deutschen Sprache mächtig ist, redigieren (vier Augen sehen mehr als zwei).
  3. Ihr Lebenslauf sollte nicht länger als vier Seiten sein. Vor allem, wenn Sie viele schulische Abschlüsse oder Berufserfahrungen haben, halten Sie sich im Lebenslauf kurz. Beschreiben Sie die Stationen Ihrer beruflichen Karriere in Stichworten.

Was muss im Lebenslauf enthalten sein?

In jedem Lebenslauf, unabhängig von Aufbau und Art des Curriculum Vitae, sind die nachfolgenden Daten Pflicht-Bestandteile.

  • Persönliche Daten, wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit und Ihre Kontaktdaten sind Pflichtangaben im Lebenslauf. Die Religionsangehörigkeit oder der Name und Beruf der Eltern nicht.
  • Bei männlichen Bewerbern sollte noch der abgeleistete Zivil- oder Präsenzdienst im Lebenslauf angeführt werden.
  • Weiters gehören die Schul- und Berufsausbildung sowie die Berufserfahrung in einen vollständigen Lebenslauf. Dies ist sehr individuell in den Lebenslauf einzubauen. Wenn Sie bereits einen Hochschulabschluss haben, ist die Information, wo sie in der Volksschule waren, im Lebenslauf nicht notwendig.
  • Bei einem Lehrabschluss verfügen Sie womöglich bereits über mehr Berufserfahrung. Vor allem für Bewerber*innen mit langer Berufserfahrung können erreichte Ziele bei den jeweiligen Arbeitgebern im Lebenslauf angeführt werden.
  • Jedenfalls gilt für den schulischen wie auch beruflichen Werdegang: Bauen Sie diese Fakten chronologisch, beginnend mit dem aktuellsten, in den Lebenslauf ein.
  • Wenn Sie über weitere Sprachkenntnisse, Soft Skills und sonstige Weiterbildungen verfügen, sind diese ebenfalls im Lebenslauf anzuführen. Vor allem können Sie bei den Personalist*innen punkten, wenn Ihre Skills mit den Anforderungen der Stellenanzeige übereinstimmen.
  • Geben Sie im Lebenslauf auch Ihre Hobbys an. Diese entscheiden in der Regel nicht, ob Ihre Bewerbung zum Erfolg führt, aber die Angabe der Hobbys rundet Ihren Lebenslauf ab und gibt den Personalist*innen ein umfassenderes Bild über Sie.

Wie ist der Lebenslauf aufgebaut?

Generell baut sich der Lebenslauf im deutschsprachigen Raum in tabellarische Form auf. In dieser Form können die Personalist*innen Ihren Curriculum Vitae schnell scannen und sich einen ersten Überblick verschaffen. Aus diesem Grund ist der Aufbau eines Lebenslaufs enorm wichtig, um nicht bereits in diesem frühen Stadium des Bewerbungsprozesses von Personalist*innen ausselektiert zu werden.

Je strukturierter und klarer Ihr Lebenslauf aufgebaut ist, desto leichter tun sich die Personalist*innen bei der Beurteilung. Stellen Sie sich vor, Sie hätten 100 Bewerbungen am Tag zu prüfen. Da bringt ein gut strukturierter Lebenslauf doch sicher Pluspunkte ein. Richtig?

Die beruflichen Erfahrungen werden von den Personalist*innen von allen Informationen Ihres Lebenslaufs am genauesten begutachtet. Vergessen Sie nicht darauf, in Ihrem Lebenslauf bei der Ausbildung und den Berufsstationen immer mit der letzten aktuellen Stelle bzw. dem Ausbildungsabschluss zu beginnen und erklären Sie eventuelle Lücken (spätestens im Gespräch werden diese angesprochen, bereiten Sie sich darauf vor).

Der Lebenslauf wird wie folgt aufgebaut:

  1. Kontaktdaten, persönliche Informationen und ein Foto
    Die Kontaktdaten fassen Sie am besten in der Kopfzeile Ihres Lebenslaufs zusammen. Es folgen die persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Staatsangehörigkeit. Ein Foto im Lebenslauf ist zwar keine Pflicht, kommt aber bei den Personalist*innen immer gut an.
  2. Angestrebte Position
    Mit dieser Angabe in Ihrem Lebenslauf heben Sie sich von vielen Bewerber*innen ab. Es zeigt den Personalist*innen, dass Sie sich über Ihre Bewerbung Gedanken gemacht haben und genau an dieser Stelle interessiert sind!
  3. Beruflicher Werdegang
    Der nächste Punkt im Lebenslauf beinhaltet Ihre beruflichen Erfahrungen bzw. Praktika. Halten Sie sich dabei an den chronologischen Ablauf. Für die Personalist*innen sind hier die Arbeitgeber*innen, Ihre Position, die Dauer und die Aufgabenbereiche interessant. Halten Sie diese Punkte allerdings nur in Stichworten fest, damit Ihr Lebenslauf nicht zu überladen wirkt.
  4. Aus- und Weiterbildungen
    Hier führen Sie Ihre abgeschlossenen oder bereits laufenden schulischen Ausbildungen und Abschlüsse an. Sie können auch auf Ihre Weiterbildungen und Zertifikate aufmerksam machen. Der chronologische Ablauf ist, wie beim beruflichen Werdegang, einzuhalten.
  5. Besondere Kenntnisse und Qualifikationen sowie Soft Skills
    Damit sich die Personalist*innen ein vollständiges Bild machen können, sollten Sie Ihre besonderen Kenntnisse, wie Sprachen oder Soft Skills (wie bspw. Ihre Kommunikationsfähigkeiten oder Präsentationsstärken) in Ihrem Lebenslauf angeben. Erworbene Qualifikationen können hier ebenfalls eingebaut werden.
  6. Hobbys
    Ihre Hobbys haben in der Regel nichts mit Ihren fachlichen Kompetenzen zu tun, allerdings helfen Ihnen diese, sich von anderen Bewerber*innen abzuheben. Es gilt jedoch die richtige Balance zu finden. 

Zum Abschluss noch einige weitere Tipps

  • Versenden Sie Ihren Lebenslauf als PDF-Datei. Es ist zwar auch als Word-Datei möglich, doch PDF ist das gebräuchlichste Format für Dokumente, die am PC gelesen und ausgedruckt werden sollen.
  • Bewerben Sie sich für mehrere Jobs, sollten Sie für die potenziellen Arbeitgeber*innen einen individuell angepassten Lebenslauf versenden. Es spricht nichts dagegen, Vorlagen für Bewerbungen und Lebensläufe zu verwenden, doch passen Sie diese an die jeweilige Firma an. Arbeitgeber*innen erkennen ambitionslose Lebensläufe und mustern diese aus.

Mit diesen Tipps ausgestattet, sollte es Ihnen möglich sein, einen perfekten Lebenslauf zu erstellen. Fügen Sie diesen Ihrem Anschreiben (Bewerbungsschreiben) hinzu und sorgen Sie dafür, dass Ihre Bewerbungsunterlagen vollständig sind. Auf diese Weise haben Sie fürs Erste alles richtig gemacht und können sich auf den nächsten Schritt Ihrer Bewerbung vorbereiten – auf das Bewerbungsgespräch.

Vorlage für Lebenslauf: https://europass.cedefop.europa.eu/editors/de/cv/compose

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